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Es ist immer schon schwer gewesen. Absolut immer. Man kann tun was man will, es wird sich nichts daran ändern. Dies ist nur die kurze Einleitung in das Tagebuch, eines sehr unglücklichen, kleinen Mädchens.

Sie kam an einem regnerichen 16. Oktober zur Welt, in einem Krankenhaus nur einem Tag nach ihrem Cousin. Die beiden erlebten so viel zusammen, beinahe alles, haben schöne Erinnerungen aneinander und sind, nach 16 Jahren, immer noch für einander da.

Das Mädchen sollte für ihr Alter sehr klein sein und auch nicht viel Glück in ihrem Leben haben. Sie wünschte sie könnte alles schnell erzählen und es zu Ende bringen, aber es ist so schwer die richtigen Worte zu finden.

Sie lebte bis zu ihrem 5ten Lebensjahr bei ihren Großeltern, die beide, auch heute noch, Alkoholabhängig sind und immer nur wild auf sich los schlugen. Später wohnte sie 5 Jahre bei Düsseldorf wo ihre Eltern eine Bäckerei übernahmen und sich 2 verschiedene Aupairmädchen um sie und ihre zwei Schwester kümmerte. Sie kannte ihre Eltern nicht. Sie kannte sie nicht. Sie konnte ihnen nichts erzählen, sie hasste sie sogar. Alles woran sie sich heute noch erinnern kann, sind Situationen in denen sie am liebsten gestorben wäre. Die Aggressionen ihres Vaters, die Sorgen ihrer Mutter, die Tränen, die Angst vor dem Tot, ihre Essstörung, die Vergewaltigung in der 3ten Klasse und der große Umzug. All diesen Hass auf ihre Mitmenschen und auf sich, verdrängte sie und biss sich aus Wut in die Hand oder krallte sich die Fingernägel in den Arm. Bis sie ca. mit 14 anfing zu ritzen.

Mit 10 Jahren zog sie nach Eitorf, einen kleinen Ort bei Köln, wo sie sich anfangs nicht wohl fühle und plötzlich merkte, wie es ist arm zu sein. Und trotzdem fand sie in der 6ten Klasse eine gute Freundin, Franzisca, mit der sie durch dick und dünn ging. Die fast alles von ihr wusste.

Und sie fing an alles nieder zu schreiben.